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Sodium Malate Haar

Die Wissenschaft hinter Disulfidbrücken und Polypeptidketten: Was Haarreparatur wirklich kann

Mai 14, 2026

Geschädigtes Haar ist kein kosmetisches, sondern ein biochemisches Problem: Wer versteht, wie Disulfidbrücken und Polypeptidketten im Keratin aufgebaut sind, erkennt sofort, warum Bleichen, Färben und Hitze das Haar molekular destabilisieren – und warum moderne Bond-Builder wie pH Plex an genau dieser Stelle ansetzen. Dieser Beitrag erklärt auf Expertenniveau, was bei der „Haarreparatur“ tatsächlich passiert, welche Bindungen sich wiederherstellen lassen – und wo die Grenzen heutiger Technologie liegen.

Der molekulare Aufbau des Haares

Das Haar besteht zu rund 80–90% aus Keratin, einem Faserprotein, das aus langen Polypeptidketten zusammengesetzt ist. Diese Ketten werden durch ein Netzwerk von Querverbindungen zusammengehalten: Wasserstoffbrücken (für Form und Wellung), Salzbrücken (pH-abhängig) und – als stärkste kovalente Verknüpfung – Disulfidbrücken zwischen zwei Cystein-Resten.

Eine Disulfidbrücke ist eine kovalente S–S-Bindung zwischen den Schwefelatomen zweier Cystein-Moleküle, die durch Oxidation der Thiolgruppen (–SH) entsteht. Da nur Cystein eine solche Brücke ausbilden kann, ist es die zentrale Aminosäure für die mechanische Stabilität, Elastizität und Reißfestigkeit der Haarfaser.

Warum Bleichen und Färben Disulfidbrücken zerstören

Beim Blondieren werden starke Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid und Persulfate eingesetzt. Diese spalten die S–S-Bindungen oxidativ in Cysteinsäure – ein irreversibler Endzustand, weil der Schwefel hier vollständig oxidiert ist und keine Brücke mehr eingehen kann.

Bei Dauerwellen und reduktiven Prozessen läuft der Angriff anders: Reduktionsmittel wie Thioglycolsäure spalten die Disulfidbrücke in zwei freie Thiolgruppen, die in einem zweiten Schritt durch ein Oxidationsmittel neu verknüpft werden – allerdings an anderer Stelle, was die neue Form fixiert, das Haar aber strukturell schwächt. Hinzu kommen Schäden an Polypeptidketten selbst (Hydrolyse), wodurch Proteinfragmente aus der Faser herausgewaschen werden.

Was Bond-Builder biochemisch leisten

Bond-Builder sind Wirkstoffsysteme, die auf molekularer Ebene gebrochene Bindungen rekonstruieren oder neue stabilisierende Brücken einziehen. Marktführer Olaplex setzt dafür auf das patentierte Molekül Bis-Aminopropyl Diglycol Dimaleat („Bis-Amino“), das ausschließlich bereits vorhandene Disulfidbrücken adressiert und keine neuen Bindungen aufbaut.

pH Plex verfolgt einen anderen, breiter angelegten Ansatz: Das System nutzt einen weltweit patentierten Malic Acid Complex auf Basis von Sodium Malate (Äpfelsäure), einer natürlichen Alpha-Hydroxysäure. Anders als Wirkstoffe, die nur Disulfidbrücken adressieren, bindet pH Plex laut Hersteller an alle Aminosäuren der Haarproteine und verknüpft so verschiedene Typen offener Bindungen im geschädigten Haar.

Die Rolle des pH-Werts

Der pH-Wert ist bei Reparaturprozessen kein Randparameter, sondern ein zentraler Hebel: Salzbrücken brechen bereits bei pH-Verschiebungen, und auch die Reaktivität von Thiolgruppen ist stark pH-abhängig. pH Plex ist mit einem idealen pH-Wert von 9,0 eingestellt, der präzise zum alkalischen Milieu von Blondier- und Färbeprozessen passt und so Schutz und Reparatur direkt während der Anwendung ermöglicht.

Jeder Schritt des pH-Plex-Systems ist auf den pH-Wert der jeweiligen Anwendung abgestimmt, sodass weder Einwirkzeiten verändert noch Farbverschiebungen riskiert werden. Das ist ein praktischer Vorteil für Coloristen, die mit definierten Prozessparametern arbeiten müssen.

Was wirklich „repariert“ werden kann – und was nicht

SchadenstypReversibel?Mechanismus
Wasserstoffbrücken (Hitze, Feuchtigkeit)JaWiederherstellung beim Trocknen/Waschen 
Salzbrücken (pH-Schäden)JaAusgleich durch pH-balancierende Pflege 
Reduktiv gespaltene DisulfidbrückenTeilweiseOxidative Re-Verknüpfung, oft an neuer Position
Oxidativ zu Cysteinsäure abgebaute S–SNeinEndgültiger chemischer Endpunkt
Hydrolysierte PolypeptidkettenNeinProteinverlust ist substanziell, nicht rückbildbar

Damit lässt sich der Marketingbegriff „Haarreparatur“ präzise einordnen: Bond-Builder können bereits vorhandene, aber geöffnete Bindungen stabilisieren oder neu vernetzen – sie können jedoch kein verlorenes Keratin nachbilden und keine vollständig oxidierten Schwefelgruppen regenerieren.

Grenzen der aktuellen Technologie

Selbst die fortschrittlichsten Bond-Builder wirken nur dort, wo molekulare Andockstellen noch vorhanden sind: Dort, wo Cystein bereits zu Cysteinsäure oxidiert ist, kann auch ein patentiertes Wirkstoffmolekül keine Disulfidbrücke mehr knüpfen. Ebenso lässt sich aus der Haarfaser ausgewaschenes Protein nicht „nachzüchten“ – Pflegeprodukte mit hydrolysierten Proteinen können Lücken nur temporär auffüllen, nicht kovalent ersetzen.

Der wissenschaftliche Fortschritt liegt damit weniger in einer „Wiederauferstehung“ zerstörter Strukturen als in der präventiven Stabilisierung während des chemischen Prozesses – exakt der Punkt, an dem pH Plex mit seiner vielseitigen Verknüpfung offener Aminosäure-Bindungen während des Blondierens ansetzt.

Fachliches Fazit für Anwender und Coloristen

Wer Haarreparatur ernsthaft betreibt, muss zwischen Marketing-Reparatur (Versiegelung der Cuticula, Glanzeffekt) und echter molekularer Reparatur (Wiederverknüpfung von Querbindungen im Cortex) unterscheiden. Systeme wie pH Plex, die nicht ausschließlich auf Disulfidbrücken zielen, sondern ein breites Bindungsspektrum im Keratin adressieren, bieten gerade bei wiederholt blondiertem Haar einen messbaren strukturellen Vorteil.

Die ehrlichste wissenschaftliche Aussage lautet: Haarreparatur ist möglich, aber sie ist Schadensbegrenzung auf molekularer Ebene – kein biologisches Nachwachsen. Die Technologie hat ihren größten Hebel im Moment der chemischen Behandlung selbst, nicht erst danach.

21 vs 1 — der Chemie-Fehler, den jede Plex-Marke macht (außer einer)

Mai 1, 2026

Olaplex repariert 1 von 21 Aminosäuren im Haar. pH Plex repariert alle 21. Hier ist, warum das ein Skandal ist.

Seit Jahren verkauft die Beauty-Industrie ein Versprechen, das chemisch unvollständig ist: „Bond Building“. Während Olaplex und Nachahmer-Marken ausschließlich auf eine einzige Aminosäure — Cystein — abzielen, adressiert pH Plex mit Äpfelsäure (Sodium Malate) das gesamte Spektrum aller 21 Aminosäuren der Keratinstruktur. Das ist kein Marketing-Detail. Das ist ein grundlegender Unterschied im Reparaturprinzip.

Die unbequeme Wahrheit über Disulfidbrücken

Menschliches Haar besteht aus Keratin, einem Proteinkomplex aus 21 verschiedenen Aminosäuren — darunter Cystein, Glutaminsäure, Lysin, Arginin, Serin und 16 weitere. Diese Aminosäuren sind über vier unterschiedliche Bindungstypen miteinander vernetzt: Disulfidbrücken (S–S), Salzbrücken, Wasserstoffbrücken und ionische Wechselwirkungen.

Olaplex‘ patentierter Wirkstoff Bis-Aminopropyl Diglycol Dimaleate reagiert ausschließlich mit den Thiolgruppen (–SH) von Cystein, um eine künstliche, verlängerte Disulfidbrücke via Michael-Addition zu bilden. Cystein macht aber nur rund 14–18% der Aminosäuren im Haar aus. Anders gesagt: Olaplex ignoriert über 80% der Proteinstruktur.

Der Skandal: Monokausale Reparatur in einem multikausalen System

Hier liegt der eigentliche Chemie-Fehler: Haarschäden entstehen nicht nur durch gebrochene Disulfidbrücken. Hitze, UV-Strahlung, alkalische Colorationen und mechanische Belastung zerstören alle Bindungstypen — Salzbrücken bei pH-Verschiebungen, Wasserstoffbrücken bei Feuchtigkeit, ionische Bindungen bei Tensidkontakt.

Eine Reparaturstrategie, die nur Cystein anspricht, ist wie ein Reißverschluss, bei dem man einen einzigen Knopf annäht, obwohl 20 weitere Zähne fehlen. pH Plex beschreibt es treffend: „als würde man den gesamten Reißverschluss schließen, statt nur einen einzigen Knopf zu befestigen“.

Warum Äpfelsäure (Sodium Malate) die Regel bricht

Sodium Malate ist eine natürliche Alpha-Hydroxysäure mit zwei funktionellen Carboxylgruppen und einer Hydroxylgruppe — eine molekulare Architektur, die mit allen 21 Aminosäuren des Keratins interagieren kann. Das bedeutet konkret:

  • Bindung an Cystein (wie klassische Plex-Produkte)
  • Stabilisierung von Salzbrücken zwischen Lysin und Glutaminsäure
  • Verstärkung von Wasserstoffbrücken über Serin- und Threonin-Hydroxylgruppen
  • Neuordnung ionischer Bindungen durch aktive pH-Pufferung auf 4,5–5,5 — den optimalen Bereich für maximale Proteinintegrität.

Wissenschaftliche Arbeiten wie Liu et al. (2023) im Journal Polymers belegen, dass die enzymatische Vernetzung mehrerer Aminosäuren die Reparaturwirkung an der Haarfaser signifikant steigert — genau das Prinzip, auf dem das breitbandige Wirkprofil von Sodium Malate beruht.

Visueller Vergleich: 1 Bindung vs. 21 Bindungen

KriteriumOlaplex No. 3pH Plex 3 Stabilize
WirkstoffBis-Aminopropyl Diglycol DimaleateSodium Malate (Äpfelsäure, AHA)
Adressierte Aminosäuren1 (Cystein)Alle 2
Adressierte BindungstypenNur DisulfidbrückenDisulfid, Salz, Wasserstoff, ionisch
pH-PufferungNeinAktiv auf 4,5–5,5
EinwirkzeitMin. 10 Min.5–10 Min.
Preis pro Anwendungca. 4–6 USDUnter 2 USD
Parfum / AllergeneJa (Parfum, MCI/MI)Parfumfrei
Vegan—Ja, parabenfrei, glutenfrei

Was das für Verbraucher bedeutet

Wer ein Plex-Produkt kauft, zahlt typischerweise für die Vorstellung einer „vollständigen“ molekularen Haarreparatur. Tatsächlich liefern die meisten Marken am Markt — Olaplex eingeschlossen — nur eine punktuelle Cystein-Reparatur. Das Marketing verschweigt, dass 20 der 21 Aminosäuren unberücksichtigt bleiben.

pH Plex ist derzeit die einzige patentierte Plex-Technologie, die auf der gesamten Aminosäurematrix des Keratins arbeitet. Für die Beauty-Industrie ist das ein unbequemer Präzedenzfall: Wenn ein einzelnes Molekül mit AHA-Grundstruktur breitbandiger wirkt als ein patentierter Maleat-Komplex, wird die gesamte Erzählung der „Bond-Builder-Revolution“ von 2014 chemisch obsolet.

Bild mit KI erstellt

K18 vs. pH Plex: Ein unabhängiger Vergleich aus patentrechtlicher Betrachtung

Mai 1, 2026

Aus patentrechtlicher Betrachtung sehe ich täglich, wie Marken ihre Technologien mit wissenschaftlichen Versprechen aufladen – nicht selten jenseits dessen, was Chemie und Studienlage tatsächlich belegen. Dieser Beitrag vergleicht die beiden populären Bond-Builder K18 und pH Plex sachlich, hinterfragt Marketingaussagen und ordnet ein, welche Haarschäden realistisch reparierbar sind.

Warum ein juristischer Blick auf Haarpflege?

In der patentrechtlichen Betrachtung werden Innovationen daran bewertet, ob eine technische Lehre neu, erfinderisch und gewerblich anwendbar ist – nicht daran, wie gut ein Werbetext klingt. Genau diese nüchterne Perspektive hilft, zwischen echtem Wirkmechanismus und Marketingrhetorik zu unterscheiden, insbesondere im Segment der „Bond Builder“, dessen Studienlage laut Cosmetics & Toiletries (2023) für viele Produkte begrenzt und oft nicht unabhängig reproduziert ist.

Was sind Bond Builder überhaupt?

Bond Builder sollen Disulfidbrücken im Haar-Cortex reparieren, also jene kovalenten Schwefelbindungen zwischen Cystein-Resten, die dem Keratin Stabilität geben. Die Fachdefinition verlangt, dass ein echter Bond Builder in das Haar eindringt, die innere Struktur messbar verbessert und die mechanischen Eigenschaften nachweislich stärkt. Reparierbar sind chemisch-oxidative Schäden aus Blondierung und Färbung sowie teilweise hitze- und mechanisch induzierte Strukturschwächen – abgerissene Haare oder Spliss dagegen nicht.

K18: Peptid-Technologie im Detail

K18 basiert auf dem patentierten K18Peptide™, einer kurzen Aminosäuresequenz, die laut Hersteller in den Cortex eindringt und gebrochene Keratinketten neu verbinden soll. Die Marke bewirbt eine „Heilung“ des Haares in vier Minuten und beruft sich auf zehn Jahre Forschung zur Entschlüsselung des Keratin-Proteoms. Aus patentrechtlicher Betrachtung ist der Schutz der Peptidsequenz nachvollziehbar; die pauschale Aussage „dauerhafte Reparatur“ ist jedoch eine Marketingformulierung, da jede Wäsche und jede weitere chemische Behandlung neue Schäden setzt.

pH Plex: pH-Pufferung plus Aminosäurebindung

pH Plex setzt auf Sodium Malate (Äpfelsäure-Salz) als Kernwirkstoff, der während alkalischer Behandlungen wie Blondierung den pH-Wert kontrolliert steuert und laut Hersteller an alle 21 Aminosäuren des Haarproteins bindet. Dadurch soll ein stabilisierendes Netzwerk entstehen, das mechanische Belastungen besser abfedert – ein Ansatz, der sich vom rein peptidbasierten Wirkprinzip unterscheidet. Zusätzlich enthält die Formulierung antioxidative Komponenten wie Tocopherol, die freie Radikale abfangen.

Die Wirkprinzipien im direkten Vergleich

KriteriumK18pH Plex
KernwirkstoffK18Peptide™ (bioaktives Peptid)Sodium Malate / Äpfelsäure
WirkprinzipVerbindung gebrochener Keratinketten im CortexpH-Pufferung + Bindung an alle 21 Aminosäuren
AnwendungsfensterLeave-in nach der Wäsche, ca. 4 Min.Während & nach chemischer Behandlung
pH-FormulierungSauer (typisch für Peptid-Plexe)Sauer, aber explizit als pH-Regulator konzipiert
Marketing-Claim„Heilt Haar in 4 Minuten“„Bindet an alle 21 Aminosäuren statt nur an eine“

Marketingversprechen kritisch eingeordnet

K18s Formulierung, Haar werde „in einen nahezu unbeschädigten Zustand“ zurückversetzt, suggeriert eine Reversibilität, die physikalisch nur teilweise möglich ist – verlorene Disulfidbrücken lassen sich bestenfalls funktionell kompensieren, nicht identisch reproduzieren. pH Plex grenzt sich mit dem Hinweis ab, Mitbewerber würden „nur an eine von 21 Aminosäuren“ binden – eine pointierte, aber vereinfachende Positionierung, die ohne frei zugängliche Peer-Review-Daten schwer verifizierbar ist. Die Cosmetics & Toiletries-Autoren Cornwell (TRI Princeton) und Marsh (P&G) weisen genau darauf hin, dass unabhängige Reproduktion vieler Bond-Builder-Studien fehlt.

Welche Haarschäden sind wirklich reparierbar?

  • Oxidative Schäden aus Blondierung/Färbung: teilweise adressierbar durch beide Produkte, da Cystein zu Cysteinsäure oxidiert und Bond Builder stabilisierend eingreifen können.
  • Mechanische Mikroschäden & Elastizitätsverlust: messbar verbesserbar, bestätigt durch Vergleichstests wie den achtwöchigen InStyle-Test.
  • Hitzeschäden der Schuppenschicht: nur kosmetisch glättbar, nicht molekular reparierbar.
  • Spliss und abgebrochenes Haar: nicht reparierbar – hier hilft ausschließlich das Schneiden.

Fazit aus patentrechtlicher Betrachtung

Beide Systeme sind technologisch ernst zu nehmen: K18 punktet mit einem patentgeschützten Peptid-Ansatz, pH Plex mit einem dualen pH- und Aminosäure-Bindungskonzept. Wer nach einer K18 Alternative sucht oder einen pH Plex Test liest, sollte weniger auf Superlative achten als auf die Frage, ob das Produkt zum eigenen Schadensbild (chemisch, thermisch, mechanisch) passt – und dass kein Bond Builder physikalisch unmögliche Wunder vollbringt.

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