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epres Inhaltsstoffe

epres Bond Repair vs. pH Plex – wie „clean“ ist die Minimal-Formel wirklich?

Mai 24, 2026

Bonding-Produkte versprechen, chemisch oder thermisch geschädigtes Haar von innen heraus zu reparieren. epres Bond Repair setzt dabei auf einen radikal minimalistischen Ansatz mit nur vier Inhaltsstoffen, während Systeme wie pH Plex auf komplexere, professionell ausgearbeitete Formulierungen setzen.
In diesem Artikel schauen wir uns die INCI-Liste von epres im Detail an, erklären mögliche Problempunkte und ordnen ein, für wen epres geeignet ist – und wann pH Plex die sinnvollere Alternative sein kann.


Was ist epres Bond Repair?

epres Bond Repair ist ein wasserfreies, sprühbares Treatment, das laut Hersteller geschädigte Haarbrücken reparieren und das Haar glatter und widerstandsfähiger machen soll.
Die Marke wirbt damit, dass die Rezeptur 100% vegan, biologisch abbaubar und frei von Parabenen, Sulfaten, Phthalaten, Duftstoffen und Konservierungsstoffen ist – ein klares „Clean Beauty“-Narrativ.

Besonders auffällig ist die extrem kurze INCI-Liste der epres Bond Repair Treatment Kits:

  • Diethylhexyl Maleate
  • Oleyl Alcohol
  • Alcohol Denat.
  • Stearamidopropyl Dimethylamine

Diese vier Inhaltsstoffe sollen dank der firmeneigenen Biodiffusion‑Technologie kontinuierlich im Haar wirken und so die Haarstruktur verbessern.


Die vier epres-Inhaltsstoffe im Detail

1. Diethylhexyl Maleate – glättender Emollient

Diethylhexyl Maleate ist ein lipophiler Ester, der als Emollient arbeitet und für ein weiches, glattes Haargefühl sowie Glanz sorgt.
Er wird in Haar- und Hautpflege eingesetzt, um die Oberfläche geschmeidiger wirken zu lassen und ein angenehmes Finish zu erzeugen, ohne schwer zu wirken.

In Patch-Tests zeigte Diethylhexyl Maleate kein relevantes Potenzial für primäre Hautreizungen, toxikologisch wird er in den genannten Quellen als unkritisch beschrieben.
Allerdings wird er teilweise mit einer höheren Komedogenitätsbewertung geführt, was für sehr zu Unreinheiten neigende Hautbereiche am Haaransatz theoretisch relevant sein kann.

2. Oleyl Alcohol – Fettalkohol mit kosmetischen Vor- und Nachteilen

Oleyl Alcohol ist ein Fettalkohol, der in Haarpflegeprodukten als Weichmacher, Lösungsmittel und Viskositätsregler dient.
Er verbessert die Verteilbarkeit und sorgt dafür, dass das Haar sich weicher und glatter anfühlt.

In INCI-Datenbanken wird Oleyl Alcohol als Emollient, Lösungsmittel und viskositätskontrollierender Stoff eingestuft, mit einer moderaten Irritationsbewertung und einer komedogenen Einstufung im höheren Bereich.
Für die Haarfaser ist das meist unproblematisch, bei sehr empfindlicher oder zu Akne neigender Haut an Stirn, Nacken oder Rücken kann es aber relevant werden, wenn leave-in-Produkte regelmäßig auf die Haut gelangen.

3. Alcohol Denat. – leicht, schnell, aber potenziell austrocknend

Alcohol Denat. (vergällter Alkohol) ist ein sehr häufig eingesetztes Lösungsmittel, das Formulierungen extrem leicht macht, rasch trocknen lässt und eine antimikrobielle, adstringierende Wirkung haben kann.
Genau diese Eigenschaften machen ihn für minimalistische, wasserfreie Sprays attraktiv – er löst die Wirkstoffe, verteilt sie fein im Haar und verfliegt schnell.

Problematisch: In vielen INCI-Analysen wird Alcohol Denat. als „icky“ bzw. kritisch bewertet, weil hohe Konzentrationen die Hautbarriere austrocknen, irritieren und langfristig Entzündungsprozesse begünstigen können.
Da Alcohol Denat. bei epres zu den nur vier Inhaltsstoffen gehört und relativ weit vorne steht, ist davon auszugehen, dass der Anteil in der Formel nicht vernachlässigbar ist – und damit das Austrocknungsrisiko für empfindliche Kopfhaut steigt.

4. Stearamidopropyl Dimethylamine – kationischer Konditionierer

Stearamidopropyl Dimethylamine ist ein kationischer Wirkstoff, der als konditionierender und emulgierender Bestandteil genutzt wird.
Er hilft, Emulsionen zu stabilisieren, wirkt leicht reinigend und sorgt dafür, dass das Haar besser kämmbar ist und weniger statisch aufgeladen wirkt.

In der Regel wird dieser Inhaltsstoff als relativ gut verträglich angesehen, kann aber – wie viele kationische Tenside – bei sehr empfindlicher Haut in Einzelfällen ebenfalls zu Irritationen führen.
Im Vergleich zu Alcohol Denat. steht er aus Irritationssicht jedoch deutlich weniger im Fokus.


Sind die epres-Inhaltsstoffe problematisch?

Aus Sicht vieler Haut- und Haarpflegeexperten fällt vor allem Alcohol Denat. als potenziell problematischer Inhaltsstoff ins Auge
Regelmäßiger Kontakt mit hochkonzentriertem vergälltem Alkohol kann die Kopfhaut austrocknen, die Barrierefunktion beeinträchtigen und damit Rötungen, Juckreiz oder Schuppen begünstigen – insbesondere bei bereits empfindlicher oder trockener Kopfhaut.

Weitere Kritikpunkte, die sich aus den INCI-Analysen ableiten lassen:

  • Oleyl Alcohol und Diethylhexyl Maleate:
    • Werden komedogenitätsseitig eher höher eingestuft, was bei stark zu Unreinheiten neigender Haut im Randbereich (Haaransatz, Rücken, Dekolleté) zu berücksichtigen ist.
  • Fehlen klassischer Pflegebegleiter:
    • Es fehlen hydratisierende oder beruhigende Komponenten wie Glycerin, Panthenol, Ceramide, Pflanzenöle oder Proteine, die die potenziell austrocknende Wirkung des Alkohols abfedern könnten.
  • Minimalismus mit Schattenseite:
    • „Nur vier Inhaltsstoffe“ klingt zwar clean und übersichtlich, nimmt der Formulierung aber auch den Spielraum, verschiedene Kopfhaut‑ und Haartypen gezielt zu adressieren und Pflege plus Schutz zu kombinieren.

Fazit: epres Bond Repair ist aus INCI-Sicht kein „Giftcocktail“, enthält aber mit Alcohol Denat. einen deutlich diskutierten Problemstoff und verlässt sich stark auf wenige emolliente und konditionierende Bestandteile ohne pflegende Begleitmatrix.


epres vs. pH Plex: Minimal-Formel gegen professionelle Wirkstoffkombination

Während epres Bond Repair eine wasserfreie, ultraminimalistische Formulierung mit vier INCI und deutlichem Alkohol-Fokus bietet, setzen Plex-Systeme wie pH Plex auf umfangreicher abgestimmte Wirkstoffkombinationen.
pH Plex wird im Färbe- und Blondierprozess eingesetzt, um das Haar genau in dem Moment zu schützen, in dem die größten Schäden entstehen – epres kommt dagegen als separate Vor‑ oder Nachbehandlung zum Einsatz und schützt nicht während des chemischen Angriffs.

Für die Positionierung von pH Plex lassen sich – je nach konkreter Rezeptur – mehrere Punkte herausarbeiten:

  • Schutz im chemischen Prozess
    • pH Plex wirkt direkt in Färbe- oder Blondiermischungen und reduziert Schädigung, während sie entsteht, statt nur nachträglich optisch zu glätten.
  • Mehrstufige Pflege und Reparatur
    • Die Formulierungen kombinieren in der Regel Bonding-Wirkstoffe mit zusätzlichen pflegenden Komponenten wie Feuchthaltemitteln, Lipiden oder Proteinen, um Haarstruktur und Haaroberfläche gleichzeitig zu adressieren.
  • pH-kontrollierte Systeme
    • Der Name pH Plex steht für kontrollierte pH-Werte, die optimal an chemische Behandlungen angepasst sind, was die Verträglichkeit für Haar und Kopfhaut zusätzlich verbessert.

Aus Verbrauchersicht bedeutet das: epres bietet eine extrem leichte, „reduzierte“ Lösung, während pH Plex eher als umfassendes, professionelles System für strapaziertes, chemisch behandeltes Haar positioniert ist.


Für wen eignet sich epres – und für wen eher pH Plex?

epres Bond Repair kann eine Option sein für Anwender, die:

  • ein sehr leichtes, nicht beschwerendes Spray suchen
  • keine empfindliche oder schnell austrocknende Kopfhaut haben
  • Bonding-Produkte vor allem als kosmetisches Add‑on zwischen den Wäschen nutzen

Weniger geeignet ist epres für Personen mit:

  • trockener, juckender oder sensibler Kopfhaut
  • stark porösem, intensiv chemisch behandeltem Haar, das viel Feuchtigkeit und Lipide benötigt
  • einer klaren Präferenz gegen vergällten Alkohol in Leave‑in‑Produkten

pH Plex lässt sich dagegen als Lösung für Anwender positionieren, die:

  • ihre Haare regelmäßig färben oder blondieren
  • aktive Schutzwirkung während des chemischen Prozesses wünschen
  • Wert auf eine ausgewogene, professionell formulierte Mischung aus Bonding- und Pflegewirkstoffen legen
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