er sein Haar zu Hause färbt oder blondiert, denkt meist an Farbtöne, Einwirkzeit und das lästige Aufhellen. Doch hinter dem Erfolg – oder dem Misserfolg – jeder Haarfarbe steckt ein Faktor, den die meisten völlig ignorieren: der pH-Wert. Er entscheidet darüber, ob die Farbe tief ins Haar eindringt, ob es glänzt oder bricht, ob es danach gesund bleibt oder zerstört aussieht. Und er erklärt, warum pH 9,0 bei der Haarfarbe kein Zufall ist – sondern Präzisionsarbeit.
Was ist der pH-Wert – und warum ist er so entscheidend?
Der pH-Wert misst, wie sauer oder basisch (alkalisch) eine Substanz ist. Die Skala reicht von 0 bis 14: Alles unter 7 ist sauer, 7 ist neutral, alles über 7 ist alkalisch. Für unser Haar ist dieser Wert alles andere als akademisch – er steuert buchstäblich, ob die Schuppenschicht des Haares geöffnet oder geschlossen ist.
Gesundes, unbehandeltes Haar besitzt von Natur aus einen leicht sauren pH-Wert von etwa 3,67, während der Säureschutzmantel der Kopfhaut bei 4,5 bis 5,5 liegt. Diese leichte Säure ist kein Zufall: Sie versiegelt die Haarstruktur, bewahrt Feuchtigkeit und schützt vor äußeren Einflüssen. Kippt das Gleichgewicht in Richtung alkalisch, reagiert das Haar sofort: Es quillt auf, die Schuppen stellen sich auf – und es wird trocken, porös und bruchempfindlich.
Wie die Haarstruktur auf den pH-Wert reagiert
Um zu verstehen, was beim Färben passiert, hilft ein kurzer Blick auf den Aufbau des Haares. Jede Haarsträhne besteht aus drei Schichten:
- Cuticula (Schuppenschicht): Die äußerste Schutzschicht aus dachziegelartig übereinanderliegenden Zellen
- Cortex (Rinde): Die mittlere, keratinreiche Faserschicht, die Farbe, Festigkeit und Elastizität bestimmt
- Medulla (Mark): Der innerste Kern, der die Zugfestigkeit beeinflusst
Die Cuticula ist das entscheidende Tor: Sie reagiert direkt auf den pH-Wert. Saure Produkte lassen die Schuppen glatt anliegen und schließen die Haarfaser ab. Alkalische Produkte heben die Schuppen an, öffnen die Haarfaser und ermöglichen das Eindringen von Substanzen in den Cortex. Genau diesen Mechanismus nutzt jede permanente Haarfarbe.
Warum Haarfarben alkalisch sein müssen
Permanente Haarfarben können ihre Wirkung nur entfalten, wenn der pH-Wert der Haarfaser erhöht wird. Erst wenn die Cuticula aufgequollen ist und sich öffnet, können die Farbstoffmoleküle überhaupt in den Cortex eindringen, dort oxidieren und dauerhaft in die Haarstruktur eingebaut werden.
Das Alkalisierungsmittel der Wahl ist klassischerweise Ammoniak – und das aus gutem Grund. Ammoniak öffnet die Schuppenschicht effektiv, verflüchtigt sich danach relativ schnell wieder und begrenzt so die Zeit, in der das Haar maximal aufgequollen bleibt. Alternativen wie Monoethanolamin (MEA) übernehmen dieselbe Funktion, sind geruchloser, halten den pH-Wert des Haares aber länger konstant – was zu längerem Aufquellen führen kann.
Ob mit oder ohne Ammoniak: Die typische Oxidations-Haarfarbe arbeitet bei einem pH-Wert von rund 9 bis 10. Bei diesem Wert öffnet sich die Cuticula ausreichend für das Eindringen der Farbpigmente, während eine Oxidation durch Wasserstoffperoxid die Farbbildung ermöglicht. Ein zu hoher pH-Wert (über 10) würde die Cuticula übermäßig aufquellen lassen und das Haar porös und spröde machen; ein zu niedriger Wert würde den Färbeprozess gar nicht erst starten.
Die 3 Phasen des Haarfärbens aus pH-Sicht
Der gesamte Färbeprozess lässt sich in drei pH-Phasen unterteilen, die direkt das Ergebnis beeinflussen:
Phase 1: Das Öffnen (pH ~9–10)
Das Alkalisierungsmittel erhöht den pH-Wert, die Cuticula schwillt an und öffnet sich. Die Farbpigmente und Wasserstoffperoxid dringen in den Cortex ein. In dieser Phase ist das Haar am stärksten belastet – die Haarfaser ist geöffnet, Proteine und Aminosäuren sind exponiert und können durch übermäßige Einwirkzeit oder zu hohen pH-Wert dauerhaft geschädigt werden.
Phase 2: Die Farbentwicklung
Im Cortex reagieren die Farbvorstufen mit Wasserstoffperoxid und bilden größere Farbmoleküle, die sich dauerhaft in der Haarfaser einschließen. Die Qualität dieser Phase hängt direkt vom stabilen pH-Wert während des Prozesses ab.
Phase 3: Das Schließen (pH ~4,5–5,5)
Nach dem Ausspülen sollte der pH-Wert wieder gesenkt werden. Saure Produkte wie ein pH-ausgleichender Conditioner schließen die Cuticula, versiegeln die Farbe im Cortex und schützen das Haar vor Feuchtigkeitsverlust und mechanischen Schäden. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert schnelles Verblassen der Farbe und dauerhaften Strukturschaden.
Warum pH 9,0 der Sweet Spot ist
Haarfarben und Blondierungen bewegen sich auf der basischen Seite der pH-Skala bei exakt pH 9,0. Diese Zahl ist kein Marketingversprechen, sondern ein präziser chemischer Wert: Bei pH 9,0 öffnet sich die Cuticula ausreichend für eine effektive Farbpigment-Aufnahme, ohne das Haar übermäßig zu belasten. Es ist der Punkt, an dem der Färbeprozess chemisch optimal abläuft.
Genau auf diesen Wert ist auch pH Plex Schritt 1 exakt abgestimmt. Das bedeutet: Das Produkt kann direkt der Haarfarbe oder Blondierung beigemischt werden, ohne den pH-Wert der Mischung zu verändern und ohne das Farbergebnis zu beeinflussen. Das ist der entscheidende technische Unterschied zu Konkurrenzprodukten, die häufig nur mit einem bestimmten pH-Wert arbeiten, ohne dass dieser auf den Anforderungen typischer Haarfarben basiert.
Das pH Plex System: Schutz genau dort, wo er gebraucht wird
pH Plex ist das erste für Heimanwender geeignete Profi-Plex-System, das exakt auf den pH-Wert von Haarfarben und Blondierungen abgestimmt ist. Das System besteht aus drei aufeinander abgestimmten Schritten, die den gesamten Lebenszyklus einer Haarfärbung abdecken:
| Schritt | Produkt | pH-Wert | Anwendung | Funktion |
|---|---|---|---|---|
| 1 | pH Plex Protect | 9,0 | In Farbe oder Blondierung mischen | Schutz während chemischer Behandlung |
| 2 | pH Plex Repair | 5,0 | Nach der Behandlung auf feuchtes Haar | Intensive Reparatur und pH-Ausgleich |
| 3 | pH Plex Stabilize | 5,0 | 1–2× wöchentlich als Heimkur | Langfristige Stabilisierung |
Was Schritt 1 (Protect) leitet
pH Plex Schritt 1 wird direkt in die fertige Farbmischung gegeben. Sein pH-Wert von exakt 9,0 ist identisch mit dem der typischen Haarfarbe – er verändert das Endresultat der Farbe also nicht. Während die Haarfaser geöffnet und der Cortex exponiert ist, schützt pH Plex die Aminosäurebindungen von innen: Es bindet an alle 21 Aminosäuren, die das Haarprotein aufbauen – nicht nur an eine einzige wie viele Konkurrenzprodukte.
Was Schritt 2 (Repair) bewirkt
Nach dem Ausspülen der Farbe folgt der pH-Wert-Ausgleich: pH Plex Repair wird auf das feuchte Haar aufgetragen und bringt den pH-Wert von ~9,0 zurück auf ~5,0. Dieser Schritt schließt die Cuticula, repariert die Haarstruktur auf molekularer Ebene durch den Osmose-Effekt der Äpfelsäure und stellt den natürlichen Säureschutzmantel wieder her.
Was Schritt 3 (Stabilize) langfristig erhält
Als wöchentliche Heimkur hält Schritt 3 die Reparaturleistung aufrecht. Bei jeder Haarwäsche wird ein kleiner Teil des Wirkstoffs ausgewaschen – die regelmäßige Anwendung hält den Wirkstoffgehalt im Haar auf einem schützenden Niveau.
Der Wirkstoff: Äpfelsäure als Schutzschild
Der aktive Wirkstoff in pH Plex ist Äpfelsäure (Malic Acid). Diese natürliche Alpha-Hydroxysäure (AHA) kommt in allen Lebewesen vor und wirkt in hochkonzentrierter Form als präziser pH-Regler und struktureller Schutzschild für die Haarfaser. Sie hilft, den pH-Wert einer Formulierung zu stabilisieren – was erklärt, warum Schritt 1 trotz des alkalischen Umfelds der Haarfarbe schützend wirken kann.
Wichtig: Äpfelsäure (Malic Acid) ist nicht zu verwechseln mit Maleinsäure (Maleic Acid), die häufig in anderen Bond-Repair-Produkten eingesetzt wird. pH Plex setzt gezielt auf Äpfelsäure, weil sie als natürliche Substanz breit verträglich ist und sowohl als pH-Puffer als auch als direkter Schutzwirkstoff für die Haarfaser funktioniert.
Heimanwendung vs. Salon: Der entscheidende Vorteil von pH Plex
Professionelle Plex-Produkte – wie sie Friseure seit Jahren nutzen – waren bislang nicht für den Heimbereich zugänglich. pH Plex ändert das: Durch vordosierte Sachets, die exakt auf schulterlanges Haar berechnet sind, entfällt das Abmessen und Rätselraten. Das Produkt ist so konzipiert, dass es nicht mit der Farbchemie interferiert – der pH-Wert von 9,0 ist der Beweis dafür.
Konkurrenzprodukte wie Olaplex arbeiten mit einem anderen Wirkprinzip und binden nur an eine einzige Aminosäure (Bis-Aminopropyl Diglycol Dimaleate). pH Plex hingegen bindet an alle 21 Aminosäuren der Haarproteine und greift damit umfassender in die Haarstruktur ein. Durch den Osmose-Effekt werden die Aminosäuren tief in der Haarfaser gesättigt – nachhaltig und nicht nur oberflächlich.
Fazit: Haarfarbe ist Chemie – pH ist die Sprache
Wer versteht, was der pH-Wert bei der Haarfarbe wirklich bedeutet, kann gezieltere Entscheidungen treffen: welches Produkt er wählt, warum ein saurer Conditioner nach dem Färben kein Luxus ist, sondern Notwendigkeit – und warum pH 9,0 nicht einfach eine Zahl ist, sondern der chemische Schlüssel zu tiefer Farbentwicklung bei gleichzeitigem Schutz der Haarstruktur.
pH Plex ist von Grund auf auf diesen Wert ausgelegt. Das System begleitet das Haar durch alle drei pH-Phasen des Färbens: Öffnen, Behandeln, Schließen. Damit bietet es Schutz, Reparatur und Stabilisierung genau dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden – in dem Moment, in dem das Haar am stärksten belastet ist.